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26

Sep

2014

Erspartes zur Bank oder unters Kopfkissen?

   Viele Menschen denken, wenn sie ihr Geld zur Bank bringen, dann wird es dort für sie gut aufgehoben. Doch es ist anders: Wer sein Erspartes zur Bank bringt, verleiht es für Geldgeschäfte. Verzocken sich die Banker und setzen alles in den Sand, dann ist natürlich auch das Geld des gut meinenden Sparers oder Anlegers weg. Die Zypern-Krise hat gezeigt, wie der Hase läuft. Im Ernstfall haben einfache Bankkunden keinen Zugriff auf ihr eigenes Geld mehr. Viele verloren sogar den Großteil ihres Vermögens. Garantien ohne Wert, denn auch in Zypern gibt es eine staatliche Einlagensicherung. Die Lehre aus den Vorgängen: Nirgendwo ist das Ersparte unsicherer als auf den Konten der Finanzzocker. In Zypern wurden allein die Kunden der Geldhäuser herangezogen. Niemand sonst! Eingeleitet in einer Nacht- und Nebelaktion, für die man die verschlossenen Türen des Wochenendes missbrauchte. Keine Bankenöffnung ab kommenden Montag, hieß es. Wie sagte doch Wolfgang Schäuble? »Bankeinlagen sind eine sensible Sache. Daher macht man das am Wochenende«.

   Purer Leichtsinn, wenn Sie jetzt noch den Versprechen unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem ehemaligen Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück glauben. Vor laufenden TV-Kameras garantierten beide – gegen besseres Wissen – die Sicherheit aller Bankeinlagen. Dass alles ganz anders ist, bekamen wir spätestens am Gründonnerstag dieses Jahres zu hören. Der Niederländer, Klaas Knot, Mitglied des EZB-Direktoriums ließ pünktlich zur österlichen Ruhe die Katze aus dem Sack: Die Enteignung von privaten Bank-Guthaben wird künftig Teil der »europäischen Liquidierungs-Politik sein«. Alle Bank-Guthaben werden künftig, »falls notwenig«, durch die Europäische Zentralbank (EZB) enteignet. In Deutschland sollen zudem weitergehende Pläne vorliegen. Bei einem Zusammenbruch des Euro beabsichtigt man die Sparguthaben zur Rettung heranzuziehen.

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN) kommentierten die Vorgänge so:

   »Die kalte Entschlossenheit der Zentralbanken, auf Kosten der Bank-Kunden aufzuräumen, macht jedenfalls deutlich: Das Geld, das man sich erarbeitet hat und das man für den Betrieb eines Unternehmens braucht, gehört überall hin – bloß nicht auf die Bank.« Und: »Der einfache Sparer sollte sich nun gut überlegen, wie viel Geld er auf welcher Bank belassen will.« Im Klartext: Wir Bürger sollten einen großen Bogen um europäische Staatsanleihen machen und unsere Giro- und Bankkonten so weit wie möglich abräumen. Würde ein »systemrelevantes« Geldinstitut oder ein starkes Euroland wie Italien stürzen, dann ist die auf dem Papier stehende Einlagensicherung null und nichtig. Dann heißt es: Geld futsch! Eine Einlagensicherung, das gestand sogar Finanzminister Wolfgang Schäuble ein, kann es nur geben, solange der Staat zahlungsfähig ist. Und bitte nicht vergessen, Deutschland spielt zwar den europäischen Zucht- und Sparmeister, ist aber in absoluten Zahlen, das höchstverschuldete Land Europas. Seit 1969 (!) sind wir ohne einen ausgeglichenen Haushalt. Jahr für Jahr mehr Ausgaben als Einnahmen. Das heißt, in über mehr als 40 Jahren häufte die politische Klasse 2,2 Billionen Euro Staatsschulden an. Folgerichtiger Lösungsansatz für uns Bürger: Lieber im Bett auf einer Beule schlafen, als sein Geld durch eine Bank verlieren.

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